
|
Aus dem Inhalt
Aktuelles
|

|

|
40 Jahre CDF

|
Links: Gründungsversammlung des CDF am 28. Oktober 1965 mit dem Vorstandsvorsitzenden der CDG, Dr. Fritz Jacobi (HJ. Direkt neben ihm Fritz Berger, Leiter des Ausländerkreises Braunschweig.

Rechts: Frühe Tage des CDF - Niedersächsische Stipendiaten 1974 zu Gast beim damaligen Bundespräsidenten Walter Scheel.
|
Aus eigener Initiative und mit großem Einsatz
Wolfgang Freybott, Mitbegründer des CDF in Niedersachsen, erinnert sich an die Entstehung des Vereins

40 Jahre Fördererkreis! Anlass für einen kleinen Rückblick: Wie kam es eigentlich zur Gründung des Carl Duisberg Fördererkreises in Niedersachsen?
Die Idee wurde Mitte 1964 geboren. Damals gab es eine Vielzahl von ausländischen Fortbildungsgästen in der Bundesrepublik. Sie wurden in mehr als hundert clubähnlichen Einrichtungen - sogenannten "Ausländerkreisen" - betreut und gefördert. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer kümmerten sich um die menschlichen, aber auch fachlichen Probleme. Die internationalen Gäste stammten zumeist aus den Ländern der Dritten Welt und waren zur Fortbildung in die Bundesrepublik Deutschland gekommen. Ein Teil von ihnen, die sogenannten "Freien Praktikanten", waren auf eigene Initiative angereist und in ihrer Mehrzahl fast völlig mittellos.
CDG: Stürmische Expansion in den 60ern
Die Ausbildungshilfe für Entwicklungsländer befand sich 1964 noch in den Kinderschuhen. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit war erst drei Jahre zuvor eingerichtet worden. Und die Carl Duisberg Gesellschaft, heute InWEnt, hatte zu diesem Zeitpunkt gerade eine stürmische Expansionsphase hinter sich. Sie war eine überwiegend ehrenamtlich tätige Organisation, die vor Ort Hilfe leisten wolle und in 25 Städten Niedersachsens präsent war. Neben der Betreuung ausländischer Gäste gehörte es zu ihren Aufgaben, die Auslandsfortbildung deutscher Nachwuchskräfte zu fördern.

|
Die 70er-Jahre:

Auf den Versammlungen von CDG und CDF wurden engagiert Erfahrungen ausgetauscht. Das Foto zeigt Wolfgang Freybott (rechts) zusammen mit einem der früheren Vorstandsvorsitzenden des CDF, Dr. Hein Reinermann.

Freybott war maßgebliche Kraft bei der Gründung des CDF. Er war 1960 bis 1965 Landesstellen-Leiter der DCG in Niedersachsen und von 1965 bis 1996 ehrenamtlicher CDF- Geschäftsführer.
|
Wirtschaftsnähe und Dynamik erhalten!
Aufgrund der vielen Projekte war der Finanzbedarf der CDG enorm in die Höhe geschnellt. Die staatlichen Geldgeber schoben daraufhin schon bald einen Riegel vor. Die Konsequenz war, dass nur noch ein Teil der eigentlichen Aufgaben finanziert werden konnte. Einer unserer damaligen ehrenamtlichen Mitarbeiter war Fritz Berger, Leiter des Ausländerkreises Braunschweig. Er beschrieb die Zustände im Dezember 1964 mit großer Sorge: "Immer wieder sehe ich, dass Notwendiges nicht getan werden kann, weil unser freies Schaffen ,programmiert' wird, und Richtlinien uns daran hindern, in neuen Situationen verantwortlich zu handeln." Der begrenzte Etat habe Leiter und Mitarbeiter inzwischen schon mehrfach zu persönlichem finanziellen Engagement gezwungen. Es sei höchste Zeit, zu handeln.
Es war für uns vorhersehbar, dass unsere CDG in nicht allzu ferner Zeit in ihrer Bewegungsfreiheit Fund Dynamik eingeschränkt werden würde. Dadurch hätte sie als Mittlerorganisation zwischen Staat und Unternehmen ihre Wirtschaftsnähe bald verlieren können. So ergriffen einige der Eingeweihten im Herbst 1964 die Initiative zur Gründung einer Fördererorganisation. Dabei galt es jedoch, behutsam zu Werke zu gehen. Die Geschäftsführung in Köln musste für die Idee eines juristisch selbstständigen und damit unabhängigen Fördererkreises erst noch gewonnen werden.
Seitens der Landesregierung wurde unsere Initiative durch den damaligen niedersächsischen Minister für Wirtschaft und Verkehr, Karl Möller, begleitet. Wir hatten außerdem das große Glück, dass mit Dr. Kurt Pentzlin vom Unternehmen Bahlsen, Prof. Heinz Speiser von der Hanomag und Prof. Erwin Massute von der Uni Hannover drei "Alte Carl Duisberger" in Hannover ansässig waren. Sie hatten in den 20er-Jahren als junge Studenten durch die Förderung von Carl Duisberg ein bis zwei Jahre als Betriebspraktikanten in den USA verbracht. Alle drei Herren halfen uns mit ihren Verbindungen.
Gründung des Förderkreises im Oktober 1965
Der Kontakt zur Wirtschaft war für uns von besonderer Bedeutung. Hier galt es, eine Persönlichkeit zu gewinnen, für die internationale Personalentwicklung ein eigenes Anliegen war. Wir fanden sie in Hermann Theilen, dem Personalvorstand der damaligen Preussag AG. Ihm trugen wir die Bitte vor, im geplanten Fördererkreis den Vorsitz im Vorstand zu übernehmen. Theilen verstand uns sofort. Von Mitte 1964 bis zum Oktober 1965 wurden unter seiner tatkräftigen Hilfe viele werbende Gespräche geführt. Am 28. Oktober 1965 war es dann so weit. 17 Damen und Herren gründeten im Hause der Preussag AG in Hannover den Fördererkreis der Carl Duisberg-Gesellschaft Niedersachsen e. V. Das Protokoll der Vorstandssitzung vom 3. Dezember 1965 verzeichnete 41 Mitglieder.
"In den 50er- und 60er-Jahren standen viele Deutsche als ehrenamtliche Helfer zur Verfügung. Wenige reisten selbst - wie heute - regelmäßig ins Ausland. So kam mit den Stipendiaten immer auch ein Stück Internationalität nach Niedersachsen. Mit den Jahren konnten dann mehr und mehr Deutsche die Welt für sich entdecken. Das führte mit der Zeit zu einem Rückgang bei den ehrenamtlichen Mitarbeitern. Auch für die ausländischen Gäste mussten neue Angebote konzipiert werden. Hier war der Fördererkreis in vielfältiger Weise und als wichtiger unterstützender Partner aktiv."
Wolfgang Lucas, 1974-79 und 1983-88 Landesstellen-Leiter der CDG in Niedersachsen, danach bis 2002 in Berlin-Brandenburg
|
Bitte lesen Sie weiter: » Wer war Carl Duisberg?
|

|