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Aktuelles: Berichte
Brückenbauer nach Zentralasien schon aktiv
ILT-Teilnehmer der GIZ präsentieren sich auf dem "Wirtschaftstag Zentralasien" in der IHK Hannover

Am 24. März 2011 folgten die 16 Teilnehmer des International Leadership Training (ILT)-Programms "Transnational Trade Central Asia" einer Einladung der IHK Hannover zum "Wirtschaftstag Zentralasien und Aserbaidschan". Dieser Besuch der Teilnehmer aus Usbekistan, Tadschikistan und Kirgisistan war durch Anregung von Herrn Dr. Peter Winter (GIZ - Regionales Zentrum Niedersachsen) organisiert worden. Für die ILT-Stipendiaten, die ihr Fachseminar beim Beratungsunternehmen Ende-Consult in Osnabrück in dieser Woche abschließen, bot der Wirtschaftstag in der IHK eine hervorragende Gelegenheit, um direkt Geschäftskontakte mit Vertretern deutscher Unternehmen anzubahnen.
Die Vorträge und Präsentationen der eingeladenen Referenten deckten ein breit gefächertes Themenspektrum ab. Dabei wurden die Teilnehmer auch mit kritischen Tönen konfrontiert, als Repräsentanten deutscher Firmen über ihre Anfangsschwierigkeiten in der Region Zentralasien und über aktuelle Probleme berichteten. Übereinstimmend wurde der "lange Atem" betont, den man beim Einstieg in diese Region braucht. Aus eigener Erfahrung empfahlen die Referenten eine sorgfältige Auswahl der Geschäftspartner in den Ländern Zentralasiens und betonten, dass gute persönliche Kontakte unerlässlich seien, während eine Kontaktaufnahme per email meist nicht funktionieren würde. Dr. Peter Winter von der GIZ berichtet in einem Impulsvortrag über die Eindrücke einer Delegationsreise des Carl-Duisberg-Fördererkreises nach Turkmenistan – ein Land mit noch vielfältigen ungenutzten Potentialen für wirtschaftliche Aktivitäten.
Die GIZ-Stipendiaten nahmen aber nicht nur als Besucher, sondern auch als aktiv Mitwirkende teil. Die Gruppensprecherin Frau Ishmatova aus Namangan stellte in exzellentem Deutsch die Schwerpunkte des ILT "Transnational Trade Central Asia" vor: regionale Wirtschaftsförderung, Transport und Logistik sowie Exportförderung. Zudem resümierte sie die bisherigen Erfahrungen der Gruppe und ihre Erwartungen an das Fachpraktikum, das im April beginnen wird.
Anschließend beantworteten die Teilnehmer Fragen nach der wirtschaftlichen Situation in ihren Heimatstädten, ihren Unternehmen und den Plänen für ihre Transferprojekte, die sie nach Abschluss des Programms in Deutschland in ihren Herkunftsländern realisieren wollen. Dieses ILT-Programm wird durchgeführt im Rahmen des GIZ-Projekts "Regionale Wirtschaftsförderung in Zentralasien" (2008 – 2013) und unterstützt die Partnerinstitutionen in Zentralasien bei ihrer Personalentwicklung. Die Hauptpartner sind die Industrie- und Handelskammer von Usbekistan sowie die Wirtschaftsministerien von Tadschikistan und Kirgisistan und die Trainingsinhalte wurden mit ihnen abgestimmt. Durch die Fortbildung ihrer Mitarbeiter können sie ihre Konkurrenzfähigkeit im Exportgeschäft verbessern und zur Weiterentwicklung ihrer Region beitragen.
Im Anschluss an die Veranstaltung nahmen deutsche Firmenvertreter noch während des ganzen Nachmittags Termine für Einzelgespräche mit den GIZ-Stipendiaten wahr. Damit konnten sich einige von ihnen bereits vor ihrer Rückkehr nach Zentralasien als Brückenbauer zwischen Deutschland und ihrem Heimatland präsentieren. So wurde auch Entscheidungsträgern aus der deutschen Privatwirtschaft demonstriert, dass ein solches mit Steuergeldern finanziertes ILT-Programm nicht nur ein Beitrag zur Entwicklung in Zentralasien ist, sondern auch eine Investition in ein beträchtliches Zukunftspotential: eine junge Elite. Diese künftigen Führungspersönlichkeiten können nach Absolvierung des Programms in Deutschland als wichtige Kontaktpersonen in Usbekistan, Tadschikistan oder Kirgisistan Türen öffnen und Geschäftsbeziehungen initiieren.
Die usbekischen Teilnehmer waren am 24.03. besonders stolz, da sie von ihrem Botschafter persönlich begrüßt wurden. Seine Exzellenz Herr Dilshod Akhatov, der Botschafter der Republik Usbekistan, interessierte sich sehr für die Themen des ILT-Programms und den Deutschland-Aufenthalt der Gruppe. Zum Abschluss lud der usbekische Botschafter die ganze Gruppe spontan zu einem Fest ein, das Ende Juni in der Botschaft der Republik Usbekistans in Berlin stattfinden wird. Nach diesem Tag in Hannover hatten die Stipendiaten nicht nur eine Sammlung von "business cards", sondern auch viele Anregungen gewonnen, wie man praktisch ein Begegnungsprogramm wie den "Wirtschaftstag" in einer Handelskammer organisieren und strukturieren kann.
Text: Berthold Volberg (mit Bodo Langguth), Fotos: Bodo Langguth
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