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Aktuelles: Berichte
Reise in ein unbekanntes Land
Die CDF Fachexkursion 2010 nach Turkmenistan

Turkmenistan ? Wo liegt denn das Land nun genau? Welches sind die Nachbarstaaten? Diese Fragen werden sich manche CDF Mitglieder gestellt haben, als sie die erste Infopost des Vereins über die geplante Reise auf dem Schreibtisch liegen hatten.
Zwanzig interessierte, neugierige und unerschrockene Teilnehmerinnen und Teilnehmer trafen sich schließlich auf dem Flughafen Hannover um eine Reise anzutreten, die die allermeisten in eine ihnen bis dato unbekannte Region führen sollte. Das zentralasiatische Land, 1991 beim Zerfall der Sowjetunion unabhängig geworden, ist so groß wie Deutschland, Österreich und Dänemark zusammen, 5,1 – 6,7 Mio. Menschen leben dort (die statistischen Angaben variieren) und es verfügt über die z. Zt. viertgrößten Erdgasreserven auf der Welt.
Nach gut siebenstündiger Flugzeit und einem Zwischenstopp in Istanbul erreichte die – wie später berichtet wurde – als politische Delegation definierte CDF-Gruppe die Hauptstadt Aschgabat um 02.30 Uhr Ortszeit. Der Hoteltransfer in der Nacht brachte gleich das erste, nachhaltige Erlebnis. Breite, leere Straßen, hell angestrahlte Hochhäuser mit weißer Marmorverkleidung, Springbrunnen in vielen Farben illuminiert, prachtvolle Regierungsgebäude mit herrlichen Kuppeln, bis auf überall präsente Sicherheitsorgane keine Menschen.
Das Besuchsprogramm wurde mit maßgeblicher Unterstützung des Deutsch-Turkmenischen Forums zusammengestellt, eines Zusammenschlusses von deutschen Unternehmen, die im Lande wirtschaftlich aktiv sind. Bei der Umsetzung der Planung war die deutsche Botschaft in Aschgabad, mit Botschafter Reiner Morell an der Spitze ganz außerordentlich engagiert und hilfreich. Auf dem Programm standen Begegnungen mit turkmenischen Repräsentanten aus Staat und Wirtschaft sowie mit Vertretern Deutscher Einrichtungen vor Ort. Neben der Hauptstadt wurden Mary (zweitgrößte Stadt des Landes und Turkmenbashi (früher Krasnowodsk) am Kaspischen Meer besucht.
Seit 2007 regiert Gurbanguly Berdimuhamedow als Präsident und Vorsitzender des Ministerkabinetts das zentralasiatische Land. Er steuert einen vorsichtigen Kurs der Öffnung, nachdem Turkmenistan bis 2006 in einer selbstgewählten, strikten Isolierung verharrt. Deutschland spielt als Wirtschaftspartner noch keine hervorgehobene Rolle, die boomende Baubranche wird z. B. von Franzosen und vor allem von türkischen Unternehmern dominiert. Allerdings sind vor allem die Deutsche Bank, dann auch die Commerzbank, herausragende Akteure im Finanzdienstleistungssektor.
InWEnt ist seit mehreren Jahren im Land aktiv, so nahmen bisher ca. 40 junge turkmenische Manager an Fortbildungsprogrammen teil. Parallel zum Besuch des Carl Duisberg Fördererkreises veranstaltete InWEnt in Aschgabad eine Alumni-Konferenz und führte Auswahlgespräche mit Interessenten für das nächste Management Programm.
Abschließend hatten die Reisenden den Eindruck, dass das Land ein – aus Deutscher Sicht – noch weitestgehend ungenutztes Potential für wirtschaftliche Aktivitäten bildet, allerdings sind die Rahmenbedingungen momentan noch als sehr schwierig anzusehen.
Text und Fotos: Peter Winter
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