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Aktuelles: Berichte
Welcome MEC in Hanover
Delegation aus dem Eastern Cape besuchte das Regionale Zentrum in Niedersachsen
Anfang Oktober besuchte eine Delegation aus dem Eastern Cape unter Führung des Bildungsministers Mahlubandile Qwase das Regionale Zentrum in Niedersachsen. Der Besuch ist Ausdruck der Wertschätzung einer Partnerschaft zwischen Niedersachsen und dem Eastern Cape (Südafrika), die in einer gemeinsamen Erklärung der damaligen Premierministerin Balindlela und dem Ministerpräsidenten Wulff in 2004 ihren Anfang nahm. Was damals so nicht absehbar war, ist heute das Verdienst engagierter Zusammenarbeit. Ihr Bogen umspannt gemeinsame Aktivitäten in den unterschiedlichsten Bereichen des gesellschaftlichen Lebens und reicht mittlerweile über Kultur, Sport und Gesundheitswesen bis hin zur Beruflichen Bildung. Eins der unbestrittenen kulturellen Highlights in diesem Jahr war das erste Jazzkonzert, das in Mthata in der Transkei stattgefunden hat. Etwas weniger friedlich ging dagegen die Einladung des Landessportbundes Niedersachsen für Boxtrainer aus dem Eastern Cape vonstatten, denn die Gäste dürften in ihrer sportlichen Mission nicht nur Komplimente ausgeteilt haben.
Im Regionalen Zentrum Niedersachsen koordinieren wir in der Ausgestaltung dieser Partnerschaft die Aktivitäten im Bereich der Beruflichen Bildung und verwalten die vom Kultusministerium bereitgestellten Fördermittel zur Unterstützung von bilateralen Transferprojekten. Es liegt in der Natur der Sache, dass besonders diejenigen Bereiche stark vertreten sind, in denen die Bildungseinrichtungen über hohe Fachkompetenzen verfügen. Der Bildungstransfer findet besonders in den Bereichen Mechatronik, Kraftfahrzeugtechnik, Straßenbau und Elektro- und Informationstechnologien statt. Partner sind die Kammern, Berufsschulen, Bildungszentren und die Wirtschaft.
Für die weitere Ausgestaltung der Partnerschaft wurden von Seiten der südafrikanischen Delegation einige interessante Vorschläge in die Diskussion eingebracht. Wie der Bildungsminister Qwase, der von allen nur MEC (sprich: "EM-I-CI" / Member of the Executive Councel) genannt wird, ausführte, hat sich aufgrund der Wahl im April diesen Jahres, bei der der ANC unter Führung des Präsidenten Jacob Zuma wieder unangefochten stärkste Partei wurde, die politische Ausrichtung geändert. Im Bereich der Beruflichen Bildung läuft derzeit alles auf eine Schwächung der neun südafrikanischen Provinzen hinaus und die Überlegungen zielen in Richtung eines staatlich, also zentral gelenkten Berufsbildungssystems auf nationaler Ebene. Deshalb wurde von den Teilnehmern folgerichtig vereinbart, das nationale Bildungsministerium schon einmal vorsorglich an den zukünftigen Treffen der bilateralen "Steuerungsgruppe Berufliche Bildung" zu beteiligen.
In Zukunft wird noch mehr Wert auf die Ausgestaltung konkreter Bildungsmaßnahmen gelegt. Welche Strategien hier am wirkungsvollsten sind, soll auf einem gemeinsamen Bildungssymposium im Februar 2010 im Eastern Cape beraten werden. Beide Seiten vereinbarten überdies, die Einbeziehung des Eastern Cape in das von Niedersachsen gemanagte Commenius Netzwerk "European Qualification Network for Effective School Leadership" voran zu bringen. Die Hannoversche Allgemeine Zeitung titelte am 20. Juni 2009 zu diesem Bildungsnetzwerk "We owe our kids the very best" - eine Einsicht, die schließlich nicht nur für die Schüler und Schulen in Europa gilt.
Text: Dr. Michael Eichler (InWEnt Abt. 7.11) Fotos: Wolfgang Meyer |
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