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Aus dem Inhalt
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Aktuelles: Berichte
InWEnt und CDF e.V im Landtag
Entwicklungspolitische Veranstaltung im niedersächsischen Landtag am 27. August 2009
Zum 6. Mal in Folge fand am 27.06.2009 eine entwicklungspolitische Veranstaltung im Restaurant Leineschloss, des niedersächsischen Landtages statt. Ermutigt durch die positive Resonanz aus Landtag und Öffentlichkeit stellten sich das InWEnt und CDF in diesem Jahr dem Thema "Niedersachsen engagiert sich! Zukunftsfähigkeit sichern - Entwicklungspolitik in gemeinsamer Verantwortung von Bund, Ländern und Kommunen". Basierend auf dem Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz vom 24. Oktober 2008 tauschten sich Fachreferenten, Mitglieder des Landtages, des Carl Duisberg Fördererkreises e.V., des Verbandes Entwicklungspolitik Niedersachsen e.V. und eine am Thema interessierte Öffentlichkeit über den Stellenwert der Entwicklungspolitik in der Landespolitik aus. Eingebettet in die entwicklungspolitische Informations- und Bildungsarbeit des RZ Niedersachsen standen in diesem Jahr zwei der acht Handlungsfelder für das Engagement der Länder im Focus. "Ernährungssicherheit und ländliche Räume" und "Wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit".
Der Staatssekretär Friedrich-Otto Ripke aus dem Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium sprach die Grußworte und honorierte die Arbeit von InWEnt und des VEN, auch durch eine Adresse des Ministerpräsidenten Christian Wulff. In seinem Namen sicherte der Staatssekretär dem VEN e.V., dem Dachverband der niedersächsischen NRO´en, die weitere Unterstützung des Landes zu. Des Weiteren berichtete er über die Kooperationen des Landes mit Eastern Cape, Südafrika und der Provinz Anhui, China, in denen InWEnt Hannover für die verschiedenen Ministerien tätig ist und machte deutlich, wie wichtig Kontinuität in der Zusammenarbeit, sowohl finanziell wie auch persönlich im In- und Ausland ist.
Den ursprünglichen Titel "Niedersachsen engagiert sich!" änderte der Hauptreferent Dr. Ludger Reuke (germanwatch) um in ein"Niedersachsen engagiert sich? Schönreden gilt nicht!" Anhand von aktuellen Zahlen aus 2008 belegte er, dass es für Niedersachsen noch ein weiter Weg ist vom Fragezeichen zum Ausrufungszeichen. Niedersachsen steht in der Rangliste der Bundesländer nur auf dem 12. Platz der Leistungen pro Einwohner (0,12€) im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt, also seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und rangiert dabei noch hinter Sachsen und Thüringen. Geld zu fordern wäre aus Sicht von Dr. Reuke zu "billig". Als "alter Hase", der sein langes Berufsleben in allen Bereichen der Entwicklungszusammenarbeit verbracht hat, forderte er das Land Niedersachsen auf, die wirtschaftliche Leistung pro Kopf wenigstens auf das Niveau von 1994 anzuheben (damals 0,59€/Kopf). Nur so könne Niedersachsen einen entsprechenden Rang unter den anderen Bundesländern einnehmen, der der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Landes entspräche. Den für ihn effektivsten Weg dorthin sieht er in der Stärkung der Nichtregierungsorganisationen (NRO), die unter Einbeziehung von Spendengeldern und persönlichen Engagement die staatlichen Mittel besonders wirksam werden lassen.
Wie die Arbeit der NRO aussehen kann, machte Katrin Beckedorf vom VEN mit ihrem Vortrag "Bioenergie: Lokal gestalten - Global verantworten" deutlich. Der Zugang zu Energie ist nach ihren Worten der Schlüssel zur Armutsbekämpfung. Nicht nur die Diskussion um Tank oder Teller soll unserer Denken bestimmen. Die Referentin fordert eine kohärente Beziehung der verschiedenen Politikbereiche. Der Technologietransfer von Niedersachsen in EZ- und Schwellenländer könnte der Schlüssel zu einer gerechteren Verteilung der Ressourcen werden.
Dass die finanzielle Unterstützung des Landes im Bereich der Wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit wichtig ist, machte Dr. Ingo Meyer von der TU Berlin anhand des Alumni Programms der TU deutlich. Alumnis haben eine Brückenfunktion. Win-win entsteht, wenn zwischen der hiesigen Wirtschaft, den Alumnis und ihren Herkunftsländern Geschäftsbeziehungen aufgebaut werden und es zu Technologietransfers kommen kann, wie z.B. im Bereich der Windenergie.
Die Anwesenheit zahlreicher Landtagsabgeordneter zeigte, dass das Thema Entwicklungszusammenarbeit im parlamentarischen Raum auf Interesse stößt. Nun gilt es, diese Abgeordneten als Interessenvertreter für dieses Thema zu pflegen und den Finanzansatz des Landes auf ein angemessenes Niveau anzuheben.
Text: Angela Zur
Fotos: Bodo Langguth, Langguth-Umweltkommunikation |
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